Rasse

(Aus der Snorri-Edda; Snorri Sturluson 1178-1241)

 

...so berichtet die Snorri-Edda, die alte nordische Saga, über die Geburt von Sleipnir, dem geschmeidigen und kraftvollen Pferd von Allvater Odin und wohl bekanntesten Urahnen aller heutigen Islandpferde. Generationen haben gerätselt, welche mystische Bedeutung die acht Beine von Sleipnir haben mögen.

Vorab eine kurze Warnung:
Islandpferde faszinieren. Sie ziehen jeden in ihren Bann und lassen einen nicht mehr loskommen von diesem Virus, der jeden befällt, der einmal in den Sattel eines Islandpferdes gestiegen ist.

Was macht die Faszination des Islandpferdes aus? Woher stammt es, wie sieht aus, welchen Charakter hat es und, für welche Sparten des Pferdesportes ist es geeignet?

 

Die Geschichte des Islandpferdes

Unsere isländischen Pferde sind seit jeher mit ihrer Insel Island, seinen Einwohnern und natürlich den alten Sagen und Traditionen untrennbar verbunden. Und der Mensch braucht, bewundert und vergöttert das Pferd seit Beginn des gemeinsamen Lebens auf der rauen Insel im Nordatlantik.

Ende des neunten Jahrhunderts brachten die frühen Siedler die ersten Pferde mit nach Island. Aus Norwegen brachten Sie Pferde des alten germanischen Typs, klein, kräftig und ausdauernd, von den britischen Inseln die erbeuteten Keltenponies, die leichter und feiner im Typ waren. Diese beiden Ponytypen legten den Grundstein für die Zucht des isländischen Pferdes. Eines robusten und kräftigen, im Laufe der vielen Jahrhunderte an die kargen und rauen Bedingungen der Insel im Nordatlantik angepassten, genügsamen Pferdetyps.

Die Gangarten des Islandpferdes

Zu den Gangarten des Islandpferdes und damit auch zur Lösung des Geheimnisses um die sagenhaften acht Beine von Odins Götterpferd Sleipnir:

Neben den bei Pferden aus kontinentaler Zucht bekannten drei Gangarten Schritt, Trab und Galopp hat sich bei den seit über 1000 Jahren reingezogenen Islandpferden eine ursprüngliche Gangart der Urpferde, der Tölt und zusätzlich bei vielen Tieren auch der Passgang erhalten.

Fast jedes Islandpferd zeigt neben Schritt, Trab und Galopp den Tölt. Pferde mit diesen vier Gangarten nennt man Viergänger und Islandpferde mit zusätzlicher Anlage zum Rennpass Fünfgänger

Der Typ und Charakter des Islandpferdes

Im allgemeinen sind Islandpferde freundliche, im Umgang friedliche und leicht zu handhabende Pferde. Da sie hauptsächlich in Herden aufwachsen und gehalten werden, in der Regel ausreichend Bewegung durch die Offenstallhaltung und viel Weidegang genießen, leben sie Aggressionen und Übermut untereinander aus. Durch die artgerechte Haltung und von ihrem Naturell her neigen Islandpferde weniger zum Scheuen oder Durchgehen als Pferde, die 24 Stunden am Tag in der Box stehen.

Einsatzbereiche des Islandpferdes

Zum Einsatz kommen Islandpferde in vielerlei Sparten der Reiterei und neuerdings sogar beim Fahren vor der Kutsche. Besonders geeignet sind sie für das Reiten in der freien Natur, für Ausritte oder lange Wanderritte und das feine Herausreiten ihrer verschiedenen Gänge. Dabei ist das Islandpferd zwar ein sehr geeignetes aber keineswegs ausschließlich ein Kinderpferd. Durch seine Proportionen, Muskulatur und seine vergleichsweise großen Knochenquerschnitte eignet es sich ohne Einschränkungen auch als Reitpferd für Erwachsene.